Der 117. Deutschen Wandertag – „das Wunder von Eisenach“

Das grandiose Fest der großen Wanderfamilie in Eisenach ist vorüber! Bei den geführten Wandertouren hat alles gut geklappt, der eigentliche Wandertag vom 26. bis 31. Juli in all seinen Facetten übertraf bei Weitem die Vorstellungen der Organisatoren und letztendlich spielte auch das Wetter super mit – zumindest an diesen Tagen. Ein guter Stern wachte über dem Deutschen Wandertag im Jubiläumsjahr der Reformation und ließ „das Wunder von Eisenach“ geschehen. An allen Tagen sorgte ein mitreißendes, buntes Rahmenprogramm auf dem Eisenacher Markt für eine fröhlich, ausgelassene Stimmung und Herzlichkeit unter den Teilnehmern aus nah und fern.

Einzug der Wimpelgruppe in die Werner-Aßmann-Halle

Einzug der Wimpelgruppe in die Werner-Aßmann-Halle

Die Wimpelgruppe aus Sebnitz auf der Bühne der Werner-Aßmann-Halle

Die Wimpelgruppe aus Sebnitz auf der Bühne der Werner-Aßmann-Halle

Christine Lieberknecht mit den Vertretern der Wanderjugend

Christine Lieberknecht mit den Vertretern der Wanderjugend

Die Wimpelgruppe stärkt sich mit „R-Kuchen“

Die Wimpelgruppe stärkt sich mit „R-Kuchen“



Pünktlich zur Eröffnung am Mittwoch hörte es auf zu regnen. Die meisten Wanderer hatten sich selbst vom starken Dauerregen in den Tagen zuvor nicht davon abhalten lassen, auf den vielfältigsten Touren die Umgebung rund um Eisenach zu erkunden, wie z.B. bei der „Schluchtentour“ und auf dem Lutherweg. Kam doch Plan B zum Einsatz, so konnte man Museen und Ausstellungen besichtigen oder sich z.B. in der Scheune des Hörselbergmuseums mit Thüringer Kuchen aus dem alten Steinbackofen verwöhnen lassen.
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26. Thüringer Wandertag in Zeulenroda-Triebes

Die Zeulenrodaer Wanderfreunde und die Stadt Zeulenroda-Triebes hatten am 10. Juni 2017 zum 26. Thüringer Wandertag und zur 14. Zeulenrodaer Talsperrenwanderung unter dem Motto „Wanderlust trifft Meeresrauschen“ an das Zeulenrodaer Meer eingeladen.

Rund 850 Wanderfreunde trafen sich 9 Uhr im Waldstadion. 65 Vereine aus Thüringen, Sachsen, Franken und dem Vogtland waren vertreten. Nach kurzer Begrüßung durch die Präsidentin des Thüringer Wanderverbandes, Christine Lieberknecht, starteten die Wanderer auf einer der angebotenen zwölf leichten bis mittelschweren Touren, um die herrliche Landschaft am Zeulenrodaer Meer und die Karpfenpfeiferstadt Zeulenroda-Triebes zu entdecken. Continue reading

25. Thüringer Wandertag in Holzhausen – ein würdiges Jubiläum

„Wandern und Genießen rund um die Wachsenburg“ – so lautete das Motto des diesjährigen Thüringer Jubiläums-Wandertages in Holzhausen bei Arnstadt.
Die „Freunde der Thüringer Bratwurst e.V.“ mit ihrem rührigen Vorsitzenden Uwe Keith hatten eingeladen zu geführten Wanderungen rund um das Drei-Gleichen-Gebiet, zu deftiger Bratwurst und zum Besuch Thüringer Bratwurstmuseums, dessen 10-jähriges Bestehen auch an diesem Tag gefeiert wurde.
Das Wetter spielte mit und so reisten ca. 1200 Wanderfreunde bereits früh am Morgen an, dabei auch Teilnehmer aus Sachsen.

Um 9 Uhr eröffnete die Präsidentin des Thüringer Wanderverbandes, Christine Lieberknecht, die Jubiläumsveranstaltung und schon sammelten sich die Gruppen zu den elf angebotenen Touren. Vielversprechend waren die Themen: „Mühlberg –Mühburg“, „Alabaster, Wein und Co.“, „Panoramaroute Bier zur Bratwurst“, „Auf archäologischen Spuren“, „Botanische Wanderung“, „Auf den Spuren des Malers Otto Knöpfer“, „Rollfiets – Radwandern mit Rollstuhl“, „Geocache“, um nur einige zu nennen. Bei diesem vielfältigen Angebot fiel die Wahl nicht leicht.

Zur Gruppe auf der 10 km langen Panorama-Route des Genusswanderweges „Vom Bier zur Bratwurst“ gesellten sich Prominente wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Bürgermeister Uwe Möller und auch Christine Lieberknecht. Im Pfarrgarten der Holzhäuser Dreifaltigkeitskirche berichteten Gabi und Michael Damm vom Förderverein über die Instandsetzung der Hesse-Orgel und baten um Unterstützung für die Sanierung der Kirche.

Allen Wanderern boten sich durch die herrlich blühende Natur wunderschöne Ausblicke zu den Burgen im Drei-Gleichen-Gebiet. Viel Interessantes konnte der Wanderführer Lutz Hähner aus Holzhausen, Landeswegewart und Stellvertretender Vorsitzender des Rennsteigvereins, unterwegs an die Mitwanderer auf dem Geo- und Genuss-Wanderweg zwischen Arnstadt und Holzhausen vermitteln.

Wie inzwischen bei Thüringer Wandertagen üblich, sorgten auch die Bratwurstfreunde dafür, dass wieder der Baum des Jahres gepflanzt werden konnte. Zu einem Baum-Dreieck mit schon vorhandener Eiche – gepflanzt anlässlich der Fusion der beiden Gemeinden zum Amt Wachsenburg – wurden nun eine Winterlinde und eine Rotbuche im Schenkelabstand von 10 m zueinander eingepflanzt.

Zurück von den Touren und wieder auf dem Festplatz an der Wachsenburg eingetroffen, konnten sich die Wanderfreunde nach Herzenslust stärken, im Festzelt die Erlebnisse vom Vormittag austauschen und dem dargebotenen Kulturprogramm folgen. Die Thüringer Bratwurst stand hoch im Kurs!

Vertreter des Thüringer Wanderverbandes um Dr. Gerhard Zimmer nahmen die Auszeichnung des Wanderkönigs in verschiedenen Kategorien vor. An alle teilnehmenden Vereine wurde zur Erinnerung an den 25. Thüringer Wandertag das begehrte Wimpelband ausgegeben. Den Abschluss bildete die symbolische Übergabe des Wanderschuhs an den Ausrichter des 26. Thüringer Wandertages. Er wird am 10. Juni 2017 am Stausee in Zeulenroda stattfinden.

Am Abend nach den Wanderungen wurde im großen Festzelt bis in die Nacht hinein zünftig gefeiert. Mit einem prächtigen Feuerwerk klang das Festwochenende mit dem 25. Thüringer Wandertag in der Bratwurstmetropole Holzhausen würdig aus.

Ein großes Lob und Dankeschön gilt dem ausrichtenden Verein, den Freunden der Thüringer Bratwurst e.V. mit ihrem Vorsitzenden Uwe Keith. Sie krönten ihr 10-jähriges Bestehen mit dem 25. Thüringer Wandertag und organisierten ein tolles Festwochenende unter dem Motto „Wandern und Genießen rund um die Wachsenburg“. Wer das miterleben konnte, wird noch lange davon schwärmen.

Christina Reißig

Fotos: Klaus Gogler, Werratalverein Herleshausen

Programm des 26. Thüringer Wandertages in Zeulenroda am 10. Juni 2017:

Wanderwelten – Die Wanderbewegung in Thüringen, ein historischer Abriss

Eine Betrachtung des Autoren Reyk Seela

Eingebettet in die große Fragestellung, wie sich die Wanderbewegung in Thüringen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert entwickelt hat, sollen mit dem vorliegenden Band vor allem die Formen, Motive, Konzepte, Kontinuitäten und Diskontinuitäten, Brüche in der Entwicklung dieses historischen Phänomens von seinen Anfängen bis heute, von den Schulwanderungen Christian Gotthilf Salzmanns und Karl Volkmar Stoys bis zum 25-jährigen Gründungsjubiläum des Thüringer Wanderverbandes aufgezeigt werden. Dass Geschichte »geronnene Politik« ist, zeigt sich dabei einmal mehr auch in der Wanderbewegung, die natürlich nicht losgelöst von den jeweiligen politischen Ordnungen und Machtverhältnissen betrachtet werden kann. Der jeweilige Teil in den verschiedenen gesellschaftlichen und individuellen »Welten« des 19. und 20. Jahrhunderts und darüber hinaus ist daher stets in einem politischen Kontext zu betrachten. Es geht auch um Thüringens Ruf als das »Wanderland« im »Grünen Herzen Deutschlands«. Dem Leser sollen dabei Antworten auf folgende Fragen gegeben werden: Wo liegen die Anfänge dieser Wanderbewegung und von wem ging die Idee dafür aus? Wie fand das organisierte Wandern in Thüringen seine Verbreitung? Welcher Zweck und welche Ziele steckten hinter dieser sozialen Erscheinung? Welche biographischen, sozialen und weltanschaulich-politischen Einflüsse prägten die Akteure beim Ausbau der Wanderbewegung in Thüringen? Von welchen Ideen, Werten und politischen Vorstellungen wurden sie dabei geleitet. Was wollten sie mit ihrem Engagement erreichen? Welche Strategien verfolgten sie bei der Umsetzung ihrer Vorstellungen von der Entwicklung der Wanderbewegung in Thüringen? Wie verhielten sich vor allem ihre Funktionsträger zum Staat im deutschen Kaiserreich, in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus, in der DDR und wie stellt sich dieses Verhältnis heute im wiedervereinten Deutschland dar? Welches Interesse hatten umgekehrt staatliche bzw. politische Institutionen an der Wanderbewegung?

Verlag Bussert & Stadeler 2016, Jena • Quedlinburg, Hardcover, 376 Seiten, Hrsg.: Christine Lieberknecht,/ Auflage: 1.000 Exemplare / Preis: 19,90 Euro

ISBN 978-3-942115-42-1